Fischereiverein Burghausen e.V.

Wöhrseefischen am 27.05.2023

 

Mittlerweile ist es ja schon eine gute Tradition geworden: das Königsfischen als normalerweise erstes Wöhrseefischen enttäuscht bei Wetter und/oder Fangergebnissen, dafür haben wir aber viele Teilnehmer – 2023 Check!

Dafür schlägt es dann beim regulären, öffentlichen Wöhrseefischen um – keine Leute, dafür ordentliche Fänge und gutes Wetter.

 

 

Der Tag begann windstill, frühlingshaft und mit einem traumhaften Sonnenaufgang. Bereits beim Anmarsch zu den Angelplätzen konnten die Petrijünger verschiedene Fischarten beim Laichen – oder beim Vertilgen von Laich anderer Arten beobachten. Brachsen, Karpfen, Waller – alle veranstalteten ein heftiges Love in.

Nicht immer das beste Vorzeichen für gute Fänge.

 

Die Kontrolleure konnten sich jedoch bereits nach kurzer Zeit vom Gegenteil überzeugen. Vor allem die Großkarpfen mit Längen zwischen 70 und 97 cm (!) ließen sich regelmäßig am Haken blicken und bescherten den Fängern sagenhafte Drills. Manche Drills verlangten den Anglern vollen Körpereinsatz ab. Fast eine Stunde kämpfte unser Kassier Jürgen Herdt mit einem fetten Spiegler, der sich samt Schnur in einem Baum verfangen hatte.

 

Zu guter Letzt musste er sogar blankziehen und ins brusttiefe – aber nicht mehr kalte – Wöhrseewasser einsteigen, um dem Tier Herr zu werden. Nicht genug der ganzen Kassiersaction: beim Hakenentfernen wehrte sich ein Tier so heftig und schlug mit den Flossen, dass Jürgen kräftig eingesaut wurde und dann bereits ab 10 Uhr den Rückzug antrat. Die anderen Karpfen bedankten sich wahrscheinlich bei ihrem Kollegen – blieb ihnen so doch der „Streichelangriff“ erspart.

 

 

 

Brachsen stellten trotz Laichzeit einen erheblichen Anteil der Fänge dar. Bei den Hechten waren es wieder nur die Halbstarken, die im vorderen Seebereich aktiv waren. Auch die üblichen größenwahnsinnigen Barsche ließen nicht auf sich warten. Im hinteren Seebereich blieben sogar diese aus.

 

Bei mir selbst verirrte sich eine einsame Brachse an die Pose. Zum Glück unterstützte mich Fischerkamerad Müller bei der Aktion „Fischpflanzl für´s Burgfest“. Sonst hätte es wohl doch nur Knacker gegeben.

 

 

Den Hauptausschlag gab aber Kamerad Sattler. Kurz von 10 Uhr biss an seiner Feederrute ein mit 87 cm kräftig gewachsener Schuppi. Der heftige Drill erfasste beinahe den gesamten rückwärtigen Teil des Sees.

Mehrere Kescherversuche misslangen. Beim letzten wurde er aber glücklich „eingesackt“. Kaum im Netz, brach das für diesen Brocken nicht gerade üppig dimensionierte Feedervorfach – (Wasser)Schwein gehabt. 

 

 

 

 

Nachdem er ihn nicht verwerten konnte, die Stadt Burghausen aber auf die Weißfischentnahme besteht, bot ich an, ihn zu „verpflanzln“.

 

Überhaupt die Sattlers: Sohn Felix schoss wieder den Vogel ab.

Unser jährlicher Schildkrötenfang ging diesmal auf sein Konto. Zu lecker sahen die Maden aus – da konnte die mittlerweile recht stattliche Rotwangenschildkröte nicht dran vorbei.

Mit vollem Schwimmeinsatz lieferte auch sie einen erlebnisreichen Drill und wehrte sich an Land auch noch heftig gegen die Hakenentnahme. Dieser saß zum Glück ganz vorne.

So konnte sie schonend ausgelöst werden. Und von wegen langsam wie eine Schildkröte – die anschließende Flucht nahm sie so flott auf, dass wir ihr gar nicht mehr folgen konnten.

 

 

Insgesamt wurden gut dreimal so viele Weißfische wie beim Königsfischen (Köfi 40 kg, 27.5. ca, 130 kg) entnommen. Bei solchen kampfstarken Aktionen freuen sich schon viele Kameraden auf das am 25. August stattfindende Nachtfischen.